Dienstag, 18. November 2014

Endlich langes Haar

Was habe ich nicht schon alles versucht um eine richtig lange Prinzessinnenmähne zu bekommen: Selbstgemachte Leinsamenpampe, Olivenölkuren, teure Friseurprodukte, Naturkosmetik, ganz ohne Shampoo, oft schneiden, selten schneiden, ... Ja, was meine Frisur angeht, hatte ich schon immer einen Spleen. Aber jetzt endlich habe ich die ultimative Lösung gefunden:

*trommelwirbel*
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*trommelwirbel*

Ein Baby!
"Hääää? Wie soll einem denn ein Baby beim Haare züchten helfen", denkt ihr jetzt wahrscheinlich. Es ist im Prinzip ganz simpel und hat überhaupt nichts mit Hormonen oder dergleichen zu tun: Es tut höllisch weh, wenn so ein Zwerg eine Haarsträhne zu fassen bekommt. Da das "Nein!" im frühen Kükenstadium noch nicht wirklich hilft, bleibt einem dann nur die Hochsteckfrisur um die begehrten Locken außer Reichweite zu bringen.

Eigentlich mag ich mich nicht mit Knoten auf dem Kopf, aber Masochist bin ich eben auch nicht. Und jetzt, nach 8 Monaten klammern, stecken und verknoten, sind die Haare doch tatsächlich gesund und prima gewachsen. Was die mechanische Reibung an Kleidern etc. alles ausmacht! Freiwillig hätte ich dieses strikte Hochsteck-Prozedere wohl nicht durchgehalten. Deshalb mein Geheimtipp für alle Langhaarfans: Schafft euch ein Baby an*! ;o)



*Bekannte Nebenwirkungen so eines Babys: Nach einigen kurzen Nächten können erste graue Haare auftreten. *eek*

Montag, 6. Oktober 2014

Ohrwurm-Alarm

Es nannte sich "Elterncafé", die Veranstaltung auf der ich mich eines Vormittags albern rumzappelnd und heißer krächzend wiederfand. Naiv wie ich bin, war ich beim Titel "Elterncafé" ja tatsächlich davon ausgegangen, dass es sich dabei um ein Treffen für Eltern handelt.

Doch der Name trügt: Zwar gab es Kaffee (Hallelujah!), von den Eltern war aber nur jeweils die weibliche Hälfte anwesend. Und natürlich deren Kinder, um die sich fortwährend alles drehte. Es wurde ständig gesungen und mit den Fingern gewackelt. Von "A Ramsamsam" bis "Alle Leut gehen jetzt nach Haus", schöpften die anwesenden Mamis aus einem schier unendlichen Repertoire von "lustigen" Bewegungsliedern und ließen mich als Babyanfänger ganz schön alt aussehen.

Nun gut, an diesem Vormittag, der gefühlt ein Jahr dauerte, habe ich zumindest gelernt, dass ich mir zwischen Vollblutmuttis ganz schön doof vorkomme und ziemlich Hemmungen habe, mit ihnen zu singen und rumzuhampeln. Also wurden sämtliche PEKiP- und Krabbelgruppenpläne erstmal verworfen. Nur das Babyschwimmen wollte ich noch durchziehen. Da planscht man ja schließlich nur.

"Meeeeeepppp!", wieder falsch gedacht. Wenn irgendwo "Baby" draufsteht, muss offensichtlich gesungen werden, und so auch hier. Also gut, ich füge mich und freue mich insgeheim, dass der Sohnemann im Wasser sowieso so laut quietscht, dass er alle übertönt. Immerhin sind die Melodien und Texte so simpel, dass ich sie schnell lerne. Und was habe ich jetzt davon? Einen Ohrwurm. Seit Tagen summe ich "Alle Babys schwimmen lustig hier im Kreis" vor mich hin. Zu Hülf!


Baby-Akt im Handtuch. 

Dienstag, 30. September 2014

So ein Breieiei

Oh wie schön war die Zeit, in der ich unser Baby 1.0, auch genannt Liam, einfach an die Brust andocken und nebenher mit dem Tablet rumsurfen konnte. Aber nein, so ein kleiner Mensch will ja auch irgendwann mal in andere Geschmackswelten entführt werden. So sind wir vor einem Monat in das Thema "Brei" eingestiegen.

Pastinaken kennt eigentlich nur,
wer sich mit Babybrei beschäftigt ...
(Bild: CC DLR-Rheinpfalz)

Pastiwas?

Dank lieber Tipps haben wir mit dem Gemüse angefangen, dass nur im Elternkosmos existiert: Pastinake. Wer sich jetzt fragt was das sein soll: Mir gings genauso. Es ist eine weiße Rübe, im Supermarkt meist in der Nähe vom Sellerie zu finden, die so ähnlich schmeckt wie Karotte. Nur eben mit dem Vorteil, dass sie weiß ist und dementsprechend keine Flecken macht. Juhu!

Große Kleckerei

Als wir das mit Brei und Lätzchen einigermaßen im Griff hatten, haben wir uns dann an farbenfroheres Gemüse gewagt. Liam war prompt vom Kürbis begeistert und ich stolz wie Bolle, dass außer Lätzchen und Spucktuch nichts verkleckert war - eine Freundin hatte mir nämlich erzählt, dass Kürbisflecken des Teufels sind. Also nach dem erfolgreichen Mittagessen dann wieder schicke Klamotten ans Baby und rein in den Tag. Tja und dann ... Verdammt, warum hat mir niemand gesagt, dass bei organgenem Brei dann auch die Babykotze bunt wird? Aaaaahh! Tja. Das wars dann wohl mit Liams blütenweißer Hose ... Na dann freue ich mich ja schon auf Rote Beete.

Donnerstag, 27. Februar 2014

Ein Donnerstag wie (k)ein anderer

Hui - über ein Jahr her, dass ich mich hier das letzte Mal zu Wort gemeldet habe. Viel zu tun, keine Schreibmotivation, gute Ausreden ;o) Aus pränataler Langeweile teile ich mal wieder ein paar Gedanken zum heutigen Tag ...

Denn es ist ja nicht ein ganz gewöhnlicher Donnerstag. Es ist der "Schmutzige Donnerstag", in Karlsruhe für Gewitzte auch der "SchmuDo", und für die Traditionalisten das "Weiberfasching". Wie heute die bunten Wimpelfahnen im beschaulichen Bulach über mir geflattert haben, musste ich unweigerlich daran denken, wieviel Zauber der Tag für mich verloren hat. Und dass ich nicht genau weiß, ob ich das jetzt gut finde oder traurig ... Aber ersteinmal zur Vergangenheit.

Hemdglunkerumzug (CC, Usarobert)
Es war DAS Datum, auf das klein Sylvia - halt, nein, mein Teenager-Ich wäre über diesen Kosenamen todbeleidigt, also nennen wir sie lieber Girly-Sylvie. Also, es war DAS Datum, auf das Girly-Sylvie das ganze Jahr hinfieberte. Wochenlang vorher wurde akribisch geplant, wie man wohl in einem weiten, weißen und wenig figurschmeichelnden Nachthemd möglichst noch gut aussehen könnte. Dazu muss man wissen, in meiner Heimat ist am "Schmotzige" jedes andere Kostüm als der "Hemdglunker" quasi tabu - sehr zu meinem Leidwesen. Weiß war noch nie meine Farbe ...

Neben der "Fasent" in der Schule, für die jedes Jahr mit Begeisterung neue "hippe" Tanz-Choreographien (zum Beispiel zur Musik von den Backstreet Boys *hust*) einstudiert wurden, war besonders ein Event für den Tag ausschlaggebend: Die "Hemdglunkerdisco". Noch immer hat das Wort für mich einen fast magischen Klang: Hier waren sie, die Coolen der Dorfjugend. Die Semi-Erwachsenen, die Roller-, Mofa und Autofahrenden, die Alkoholtrinkenden und Älteren. Insbesondere die Älteren, denn Einlass war offiziell erst ab 16 Jahren und dann auch nur bis Mitternacht. Für Girly-Sylvie, die auch schon mit 12 flügge sein wollte, bedeute das also: Von Jahr zu Jahr musste erneut gehofft, geplant und geschummelt werden. Nicht immer war das Schminken und Schülerausweisfälschen von Erfolg gekrönt, was vielleicht besser für meine junge Leber war. Denn war man erstmal drin, flossen rege die Alkopops, damals noch unbesteuert.

Interessanterweise erinnere ich mich auch heute noch daran, dass diese ersten Disconächte hauptsächlich von meinen Bemühungen geprägt waren, um jeden Preis dazuzugehören. "Sieht das gut aus wie ich tanze? Sitzt das Make-up? Trinke ich genug? Findet mich ein Junge gut?" waren Fragen, die ich mir unentwegt stellte. Typisches Teenager-Gebären? Oder das Los des ewigen Außenseiters?

Wohl habe ich mich offensichtlich auf solchen Veranstaltungen noch nie gefühlt. Geändert hat sich nur, dass ich heute keine Notwendigkeit mehr darin sehe, das Anderen vorzumachen. Stattdessen verkleide ich mich, wenn ich Lust dazu habe und mit Leuten, die ähnlich ticken wie ich. Außenseiter unter sich sozusagen. Und trotzdem schiele ich heute auf den Kalender und bedauere, dass dieser Tag heute für mich doch nichts weiter ist, als ein ganz gewöhnlicher Donnerstag.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Mein Bekenntnis zum Geektum


Ich bin seit einigen Monaten ganz begeisterte Leserin des Geeksisters-Blog, den ihr auch rechts in meiner Leseliste findet. Jetzt haben die vier Geek-Girls zur Blogparade aufgerufen, mit einem Thema, dass ich eh schon längst mal behandelt haben wollte. Also, los zum Seelenstriptease: Mein Bekenntnis zum Geektum.

1. Was macht Dich zum Geek?
Ich habe Röhrenmonitore auf LAN-Partys geschleppt, in einem Warhammer-Fanfilm mitgespielt, in der 9. Klasse ein Referat über Mangas und Animes gehalten, "Hallo Welt" in zig Sprachen ausgegeben und mit meinen WG-Mitbewohnern von Zimmer zu Zimmer gechattet. Ich war in einem Counterstrike-Clan, liebe mein Krümelmonster-T-Shirt und auf meinem Kleiderschrank steht ein Skyrim-Drache - eigentlich muss man schon suchen um Aspekte in meinem Leben zu finden, die nicht irgendwie geekig, nerdig oder plemplem sind. "Normal" ist für mich ein Schimpfwort und ich bin froh, dass die meisten meiner Freunde das genauso sehen.

Da war ich 15 oder 16: Beachtet bitte mein cooles Counter-Strike-Shirt mit einem Zocker-Comicgirl von Bender. Das ist absolut einmalig! ;-) 

2. Wie bist Du zum Geek geworden?
Angefangen hat wohl alles mit dem "Internet-Führerschein" - einem VHS-Kurs , den mir mein Vater spendiert hat, als ich gerade 13 war. 1998 entdeckte ich also per 56K-Modem mit Suchmaschinen wie Altavista und Fireball das World Wide Web. Damit war ich in meinem Schwarzwalddorf ein absoluter Exot. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich damals im ICQ (Noch heute gebe ich damit an, dass ich eine "nur" siebenstellige Nummer mit einer 2 vornedran hatte) gleichgesinnte Leute aus dem Nachbardorf fand. Natürlich alles Jungs. Die trugen Blind Guardian T-Shirts, hatten eine DSA-Gruppen und spielten Diablo, Quake und StarCraft. Es hat nicht lange gedauert, bis der Einfluss abgefärbt hat und ich selbst zur Rollenspielerin und Zockerin wurde. Nicht, dass ich bei Counterstrike und Co. besonders gut gewesen wäre - aber wenigstens hatte ich auf LAN-Partys meist den "Einziges-Mädchen"-Bonus. Games spiele ich heute nur noch selten. Stattdessen habe ich mit meinem Freund selbst ein Browserspiel gebastelt, Dragosien. Wenn das mal nicht geekig ist ...

3. Wie wirkt sich Dein Geektum auf Dein Leben aus?
Als ich einmal einen Usability-Test für ein neues Programm als Probandin durchgeführt habe, war nicht nur das System überfordert, weil ich zu schnell geklickt habe - auf dem Fragebogen hat bei der Frage "Wie viele Stunden verbringen sie täglich vor dem PC" auch eine Checkbox in meiner Größenordnung gefehlt. Während andere am Computer nur arbeiten, lebe ich quasi davor. Na gut, nicht nur. Manchmal muss ich ja auch weggehen, damit ich das auch hinterher bei Facebook posten kann. ;-)

Ja, genau - LARP spiele ich auch noch gerne. Ich hoffe ihr habt alle Angst vor dem Latexschwert!


Dienstag, 18. September 2012

Wie die Deutsche Bank und Co. den Traumurlaub vermiesen


Seit kaum einer Woche sind wir aus unserem langersehnten Peru-Urlaub zurück. Inzwischen schwärmen wir von unserem Trip - eine Weile lang sah es aber ganz und gar nicht nach einem Traumurlaub aus. Warum? Lest selbst:

Irgendwann einmal habe ich gelernt, dass das Maestro-Zeichen mit dem roten und dem blauen Kreis auf meiner EC-Karte quasi magisch ist: Ist es auf einem Automat abgebildet, dann kann ich hier Geld abheben - egal wo auf der Welt. Das hat bisher auch immer wunderbar funktioniert: In Frankreich, in Schweden - ja sogar in Polen! Unbekümmert wie ich bin, habe ich also auch darauf vertraut, in Peru an mein Geld zu kommen. Doch als ich meine Karte in Arequipa in den Automaten steckte, kam eine Fehlermeldung. Unsere notdürftige Übersetzung: "Es kann kein Geld ausgezahlt werden". "Vielleicht ist nicht mehr genug Geld im Automaten?", frage ich mich und versuche es nochmal mit einem geringeren Betrag, doch Fehlanzeige. Beim Automat direkt gegenüber das gleiche Prozedere. Und bei der Bank ein paar Häuser weiter ebenso. Beim Geldabheben mit der Kreditkarte habe ich auch kein Glück - habe ich überhaupt die richtige Geheimzahl? Langsam bekomme ich Panik. Wurde etwa mein Girokonto geplündert? Nein, das kann nicht sein, denn mein Freund (der bei der gleichen Bank ist), bekommt genausowenig Geld. Was also ist mit unseren Girocards los?

Zitat von der Maestro Webseite:
"Mit Maestro können Sie problemlos (...) Geld am Automaten abheben – und das weltweit." 

Nachdem wir bestimmt sechs verschiedene Automaten abgeklappert hatten, kam langsam die Erkenntnis: Wir bekommen kein Geld. In bar hatten wir vielleicht noch 30 Soles, also knapp 10 Euro im Geldbeutel. Vor meinem inneren Auge habe ich schon ausgerechnet, wie wir bloß mit unseren verbliebenen paar Müsliriegeln zwei Wochen über die Runden kommen sollen. Mit zugeschnürtem Hals sind wir bedröppelt ins Hotel zurückgekehrt um ersteinmal im Internet nachzuforschen.

Tatsächlich fanden wir den Grund: Die Deutsche Bank und ihre Töchter wie zum Beispiel die Norisbank, bei der wir sind, hat aus Sicherheitsgründen das Limit fürs Geldabheben außerhalb Europas begrenzt. Nicht auf 100 oder 50 Euro, nein - auf 0 Euro. Der Verbraucherschutz läuft Sturm, aber den Bankern ist das egal. "Das Limit kann jederzeit telefonisch erhöht werden", so die Antwort. Aha, telefonisch. Meine Onlinebanking-Pin kann ich ja auswendig, aber meine Telefonpin? Mitnichten! Und ohne die läuft bei der Norisbank nichts, das weiß ich. Glücklicherweise wissen wir uns zu helfen: Eine Freundin (und für den Urlaub auch Katzensitterin) sucht die Pin für mich heraus. "Hallelujah", denke ich, als ich an den ersten Münzautomat gehe und bei der Norisbank-Hotline anrufe. Doch nachdem ich mich durch das Menü getippt habe und bei einer Servicemitarbeiterin ankomme: "Hallo? Frau Schreiber? Ich kann sie nicht hören! Bitte rufen sie nochmal an!" Mist, ist etwa das Telefon kaputt? Am nächsten Münztelefon habe ich ein anderes Problem: Ich verstehe die Bandansage kaum. Und als wir es aus einer Zelle im Internetcafé probieren, wieder das alte Problem. "Ist da wer? Ich verstehe nichts!" Entnervt zücke ich mein Handy und versuche nicht an die horrenden Auslandstarife zu denken. Nachdem ich zehn Minuten in der Warteschleife hänge, denke ich doch daran und lege lieber wieder auf. "Na gut", rede ich mir ein: "In Deutschland ist jetzt mitten in der Nacht, da wird das Callcenter nicht voll besetzt sein. Morgen wird alles besser."

Am nächsten morgen machen wir es uns mit dem Hotelelefon bequem. Die Tastenreihenfolge im Menü kenne ich inzwischen auswendig. Doch nach einer Albtraumnacht (Horrorvisionen davon, dass ich nichtmal einen Arzt im Ausland bezahlen könnte) bekomme ich fast einen Nervenzusammenbruch als der Telefonist am anderen Ende meint: "Ich kann Sie leider nicht hören" und auflegt. Verdammt, hat die Norisbank etwa peruanische Telefonleitungen blockiert oder was? Also nochmal der Versuch mit dem Handy. Tatsächlich komme ich recht bald bei einer Mitarbeiterin heraus und freue mich schon. "Bitte, ich muss ganz dringend mein Abhebelimit für Peru erhöhen", zwitschere ich in den Hörer und bin stolz, dass ich noch so freundlich bleiben kann. "Kein Problem, ich verbinde Sie weiter", das Gegenüber. Und dann wieder die Warteschleifenmelodie. Sie dudelt. Sagt "Der nächste Servicemitarbeiter ist gleich für Sie da." Und dudelt weiter. Vor jeder Ansage setzt die Melodie aus und immer dann habe ich für einen kurzen Moment die Hoffnung, dass die Warterei zu Ende ist. Doch auch die Hoffnung stirbt irgendwann und nach 18 Minuten bin ich den Tränen nahe und mein Freund legt für mich auf.

Erst am Tag darauf, als unsere Nerven wieder etwas zur Ruhe gekommen sind, kommt mir die Idee, dass ich auch meine Mutter bitten könnte, das Kontolimit aufzuheben. Als ich ihr die Zugangsdaten durchgebe schreibe ich dazu: "Achtung, du wirst wahrscheinlich ewig in der Warteschleife hängen" - nicht, dass Sie auch die Geduld verliert. Als Sie per SMS durchgibt, dass alles klar ist, fällt mir ein Stein vom Herzen. Endlich! Vive Maman! Leider sind wir inzwischen mit unserer Reisegruppe weitergereist und in dem beschaulichen Bergdorf gibt es keinen einzigen Geldautomat, also gedulden wir uns noch bis zur nächsten Stadt. Erleichtert, dass wir endlich bald wieder flüssig sind, leiste ich mir von unseren letzten Soles sogar noch ein lustiges Andenken: Ein Lama als Kühlschrankmagnet!



In der nächsten Stadt geht unser erster Weg zur Bank. Frohen Mutes stecke ich die Karte in den Automaten und ... bekomme sie sofort wieder. "Karte nicht lesbar", sagt er. Auch beim zweiten Versuch. Das ist neu! Wie ihr euch schon denken könnt: Am nächsten und übernächsten Automaten das gleiche Spiel. Verzweiflung. Was ist nun wieder los? Ist der Magnetstreifen kaputt, weil ich ständig mit meiner Karte herumgefuchtelt habe? Nachts schrecke ich aus meinem Bett hoch und habe die Erkenntnis: Das Lama! Es war das Magnetlama! Als wir am nächsten morgen versuchen, die Karte mit Tesafilm zu präparieren, kann ich immerhin schon wieder lachen. Es soll wohl einfach nicht sein, dass wir im Urlaub Geld haben. Ob wir wohl Geld zugeworfen bekommen wenn wir uns mit einem "Gringo-Tourists without Money"-Schild an die Straße setzen? Natürlich rettet auch der feinste Klebestreifen unsere Karte nicht. Der Magnet ist hinüber. Und diesmal kann ich nichtmal der verflixten Bank die Schuld daran geben.

Dass unser Urlaub doch noch zum Traumurlaub wurde, das haben wir unserer Reisegruppe zu verdanken, genauer gesagt Angelika, die uns mit einem riesigen Vertrauensvorschuss einen ganzen Batzen Geld ausgeliehen hat, obwohl sie uns kaum kannte. Danke liebe Urlaubsretterin!

Ganz zuende ist die Geschichte aber noch nicht. Wir hatten ja noch die Option, das ganze Prozedere nochmal mit den Kontodaten meines Freundes durchzuziehen. Das wäre uns dann aber wirklich zuviel gewesen - also versuchten wir es mit Plan B: Zwar gibt es im Onlinebanking-Portal der Norisbank keinerlei Kontaktformular (Das würde ja Arbeit machen...), aber im Impressum haben wir eine E-Mailadresse gefunden. Also haben wir unsere Notlage geschildert und auf Antwort  gewartet. Die kam dann am nächsten Tag auch tatsächlich. "Bitte schreiben Sie uns einen Brief", stand darin. Hallooo? Brief? Hat sich überhaupt irgendwer die E-Mail durchgelesen? Nein, vermutlich nicht.

Nun, liebe Norisbank. Wir hatten ein paar nette gemeinsame Jahre als du noch eine Filiale in Karlsruhe hattest. Nun bist du eine komplett-Direktbank ohne jeglichen Service. Ich befürchte, der letzte Urlaub hat unser Verhältnis unwiederbringlich zerstört. Wie es aussieht, hast du bald zwei Kunden weniger. Einen letzten Versuch gebe ich dir aber noch: Ich werde dir meine Handyrechnung schicken.

Montag, 17. September 2012

Locken rocken!

Hier mal ein Link zu einem meiner Artikel für dm-drogerie markt. Finde, der Beitrag würde auch ganz gut in meinen Blog passen, oder? ;-)

Mein Leben als Lockenkopf



In dem Sinne: Locken rocken! ;)
Sylvia